Wissenskultur

  • Usability und User Experience
  • Design Anthropologie
  • Partizipatorisches Design
  • Designforschung

Analytisches Reflektieren und entwerfendes Schaffen sind zwei Kraftquellen, um pragmatische Antworten auf aktuelle Fragen zu finden und darüber hinaus innovative Referenzen zu kreieren in Gebieten in denen noch keine Referenzen vorliegen.

Unsere praktische Arbeit profitiert täglich davon, dass uns beide Quellen in hohem Maße inspirieren. Hierbei sind wir weniger Wissenschaftler als Entwerfer, auch wenn wir Wissenschaftler in unserem Team haben. Bewusst verstehen wir uns als Team von forschenden Designern, manchmal als designende Entdecker, immer aber bereit zu einer sauberen Landung anzusetzen, um unsere Ideen in konkreten Projektvorhaben für unsere Kunden, deren Endanwender und die Gesellschaft im besten Sinne anschlussfähig und erfolgreich zu machen.

Wir leben in einer Zeit schneller technischer Veränderung und Weiterentwicklung – das macht uns keine Sorge, im Gegenteil wir genießen es, einen sehr herausfordernden Job zu haben und Maßstäbe zu setzen. Dazu gehört für uns Leidenschaft und Perfektion, forschendes Ausloten über Tellerrändern hinaus, genauso wie pragmatisches Präzisieren.

Usability und User Experience

Aufgabenzentrierte Software- und Produktentwicklung war gestern! Heute ist die nutzerzentrierte Entwicklung als vielversprechenderes Erfolgskonzept und als Methode weiten teils verstanden. Dies nicht zuletzt weil uns Menschen die zunehmende Komplexität unserer technischen Umwelt vor Augen führt, dass wir schnell und nachhaltig von ihr überfordert werden können, wenn sie nicht in der Lage ist, sich uns in besonders einfühlsamer Weise zugänglich zu machen. Dann nämlich begreifen wir nicht und reagieren mit Enttäuschung und Ablehnung.

Wir müssen also den Menschen mit seinen Schwächen und Stärken, Ängsten und Wünschen sowie physischen und psychischen Möglichkeiten und Grenzen ins Zentrum unserer Überlegungen rücken wenn wir soziotechnologische, interaktive Prozesse, Systeme und Produkte gestalten.

Die Profession in den Bereichen Usability und User Experience verinnerlicht das nutzerzentrierte Arbeiten und verbindet zwei Wertewelten: die pragmatischen Werte der Usability oder auch Gebrauchstauglichkeit / Benutzerfreundlichkeit und zusätzlich die hedonistischen Werte wie Identifikationskraft und Freude, auf welche die User Experience fokussiert.

Von Anbeginn also seit mittlerweile 12 Jahren sind wir passionierte Mitglieder in der nationalen und internationalen Usability / User Experience Szene und tragen dort mit Vorträgen und Workshops bei. Wir sind also nicht nur methodensichere Nutzer der aktuellen Normen, Leitbilder und Erkenntnisse, sondern entwickeln diese in der Community kontinuierlich aktiv weiter.

Design Anthropologie

Der User Centred Design Approach wie er in der ISO EN 9241-210 manifestiert ist, ist ein wertvolles Vorgehen, ein geplantes Projekt nach besten Möglichkeiten nutzerzentriert zu gestalten und mit Nutzern zu evaluieren. Darüber hinaus stellt sich aber die Frage, ob dieser Ansatz alleine, auch ermöglicht Innovationen zu schaffen, die dadurch motiviert sind, zu verstehen, was Menschen tatsächlich als wünschenswert empfinden würden, vor allem dann, wenn es um Ideen geht, die noch referenzlos sind.

Um im Bereich User Driven Innovation erfolgreich agieren zu können, bedarf es einem sehr kreativen Umgang mit Forschungsmethoden, um an das implizite Wissen, Denken und Fühlen von Nutzern heran zu kommen. Ein sehr viel versprechendes Konzept welches wir in diesem Zusammenhang verfolgen, ist die Design Anthropologie. Sie verbindet empirische Untersuchungsmethoden der Anthropologie und Soziologie mit Design Thinking Methoden und dem kreativen Entwurf von Artefakten als Medien, um einen zukunftsweisenden Gedankenaustausch zwischen Nutzern, Designern und Herstellern zu motivieren.

Da die Design Anthropologie für viele unserer nationalen und internationalen Projekte bereits jetzt und in Zukunft verstärkt als wertvoller Katalysator wirkt, bauen wir derzeit unsere Kompetenz in diesem Bereich gezielt weiter aus.

Partizipatorisches Design

Der pragmatische Ansatz der Nutzereinbindung als Co-Designer hat sich in den USA in den späten 1980er Jahren aus einer älteren Designbewegung, dem Participatory Design Skandinaviens entwickelt. Bereits in den 1970/80er Jahren gab es in Skandinavien Bestrebungen, Produkte in einem demokratischeren Prozess zu gestalten, indem die Menschen involviert sind, welche die Produkte später auch benutzen sollen. Diese Überlegungen waren damals politisch motiviert – ein Arbeiter sollte Mitspracherecht an den Werkzeugen haben, die sein Arbeitsleben bestimmen – natürlich wurden bereits hierbei Fragen der Usability und der User Experience adressiert.

Die Konzeption einer geschickte Nutzereinbindung ist unsere zentrale Herausforderung um die gewünschten Potenziale zu heben. Mit Erfahrung und Geschick verstehen wir uns auf die virtuose Planung von Nutzereinbindung, so zum Beispiel auf das Kreieren von Stimuli um den Nutzern, als Gestaltungslaien, den Designprozess zugänglich zu machen und wertvollen Input einbringen zu können.

Gemeinsam mit unseren Kunden planen wir individuell auf die Projektvorhaben abgestimmte Strategien einer erfolgreichen Nutzereinbindung.

Designforschung

Mit dem Begriff Designforschung verbinden wir, entsprechend einer agilen Community von Design Researchern, Forschung in drei Ausprägungen:

Forschung im Design

Gerade wenn wir davon sprechen, dass es Aufgaben gibt, in denen es angezeigt ist, Referenzen zu gestalten, wo es noch keine gibt, gehen wir als Designer forschender und experimenteller vor, um das Feld vor uns für ein konkretes Projektvorhaben auszuloten und um Grenzen zu verschieben wo dies sinnvoll oder notwendig ist.

Forschung für das Design

Als lebendige, zukunftsorientierte Disziplin ist das Design selbst stetig im Wandel. Das bedeutet z. B. auch, dass entwerferische Herangehensweisen weiter entwickelt oder innovative Methoden erfunden werden, die dem Design an sich dienlich sind.

Forschung durch Design

Dieser Aspekt des Zusammenspiels von Wissenschaft und Design bedeutet, dass wir zunehmend Forschungsgestände gestalten. Das können zum Beispiel Artefakte sein, mit denen Menschen konfrontiert werden, um untersuchen zu können, wie sich deren Interaktionsverhalten entwickeln kann und um daraus Rückschlüsse auf die Interfacegestaltung von Produkten und Systemen zu ziehen.

Alle drei dieser Ausprägungen liegen uns zur Weiterentwicklung unserer Profession am Herzen fließen synergetisch in unser Arbeiten ein.