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Apple: Multitouch Mouse

Frank Jacob, 20. Oktober 2009 22:16 Uhr

mightymouse

Gerade habe ich in meinem Artikel über das 10/GUI Konzept geschrieben, dass es eine vielversprechende Idee ist, bei Desktopsystemen die Multitouch-Funktionalität auf ein externes Eingabegerät zu legen, statt auf den Screen, wie zum Beispiel bei Tabletopanwendungen und Smallscreen-Devices. Nun legt Apple mit der neuen Mightymouse ein Produkt vor, dass die gewohnte Mousefunktionalität mit Multitouchfunktionalität anreichert. Wer schon jetzt die Multitouchfunktion der MacBook Touchpads schätzt, der wir verstehen welches Potenzial sich darin für die Nutzer erschließt. Wer es nicht kennt, wird im Video von Apple sehen, wie selbstverständlich die Nutzung anmutet. Wieder ein Schritt weiter in der Entwicklung echter NUI´s - Natural User Interfaces. Auffällig konsequent ist auch, dass Apple immer nach der möglichst besten Form der Interaktion sucht. So wurde das Zoomen nicht mit dem vom iPhone gewohnten spreizen und schließen von zwei Fingern (in der Regel Daumen und Zeigefinger) auf der Mouse realisiert, sondern durch eine einfache Scrollbewegung bei gedrückter Control-Taste. Nicht dumm, denn den Daumen braucht man um die Mouse sicher zu führen und wo eine Mouse ist ist meist auch eine Tastatur.

10/GUI - Multitouchinteraktionskonzept für Desktop PC´s

Frank Jacob, 18. Oktober 2009 22:24 Uhr

10/GUI from C. Miller on Vimeo.

Mit 10/GUI stellt R. Clayton Miller seine, wie ich finde bemwerkenswerte Vision eines neuartigen Bedienkonzeptes für die Nutzung von Desktop PC´s vor. Er setzt hierbei auf die Multitouchinteraktion mit beiden Händen und bis zu zehn Fingern. Kern von 10/GUI ist dabei die Idee, die Multitoucheingabe vom Screen zu trennen und auf eine Art Trackpad zu legen, welches beiden Händen Platz bietet und der regulären Tastatur vorgelagert ist. Auf diese Art bleibt auch das bekanntermaßen überlegene, haptische Feedback beim Schreiben mit einer klassischen Tastatur erhalten.
Miller legt aber nicht nur eine Hardware Idee vor, sondern verbindet diese mit der konkreten Idee einer Umgestaltung des Windowverhaltens von Desktopapplikationen. Er ordnet alle Fenster linear nebeneinander an und lässt diese sich kontextabhängig Raum nehmen und dabei andere Fenster nach links und rechts verdrängen. Das wirkt interessant und macht skeptisch zugleich. Aber gerade das macht es spannend. Es wäre sehr wertvoll ein paar kurze Usabilitybeobachtungen zu haben, und zu sehen, ob das Windowverhalten auf eine entsprechende Akzeptanz bei den Nutzern fällt und es wäre wertvoll zu sehen, ob sich ein natürliches und damit unverkrampftes Ablegen der Hände auf dem Device einstellt, oder ob die Nutzer eher krampfhaft agieren, um ungewollte Fehltouche zu vermeiden.
Was ich mit Sicherheit sagen kann, das belegt auch eine Studie von Julia Fuchs im Rahmen Ihrer, von mir betreuten Diplomarbeit zu Multitouchinteraktion, ist es eine sehr vielversprechende Idee, den Multitouch auf dem Diplay nur für sehr kleine und sehr große Screens (Multiuser-Multitouch) zu nutzen und Desktopsysteme nicht mit Multitouchscreens auszustatten. Nicht umsonst legte Apple seine kreativen Gedanken zu Multitouch in die Trackpads Ihrer MacBooks und nicht auf deren Monitore.