Auf dem World Usability Day 2009 am 12.11.2009 in Hamburg präsentierten Studierende des Interface Designs der Muthesius Kunsthochschule eine interaktive Installation in der die Relationen aller, rund um den Globus statt findender Events anlässlich des World Usability Day 2009 erlebbar wurden. Die Installation wurde über ein Touchscreen-Terminal bedient und gleichzeitig in Prominenter Größe im Foyer der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften projeziert. Die Besucher zeigten sich begeistert beim Explorieren der Zusammenhänge. So konnte man sehen, dass in Australien ein WUD09 BBQ veranstaltet wurde, in Indien gelehrt wurde, wie man Schmuck aus Abfall herstellen kann als Start für ein eigenes Business und dass in den USA die “Great Peanut Butter Jelly Sandwich Experience” ausgerufen wurde.
Kreiert von Studenten des BA und MA Programms Interface Design der Muthesius Kunsthochschule Kiel, Betreut von Prof. Frank Jacob. Der World Usability Day 2009 Browser basiert auf dem Relation Browser Konzept von Moritz Stefaner (FH Potsdam).
Gerade habe ich in meinem Artikel über das 10/GUI Konzept geschrieben, dass es eine vielversprechende Idee ist, bei Desktopsystemen die Multitouch-Funktionalität auf ein externes Eingabegerät zu legen, statt auf den Screen, wie zum Beispiel bei Tabletopanwendungen und Smallscreen-Devices. Nun legt Apple mit der neuen Mightymouse ein Produkt vor, dass die gewohnte Mousefunktionalität mit Multitouchfunktionalität anreichert. Wer schon jetzt die Multitouchfunktion der MacBook Touchpads schätzt, der wir verstehen welches Potenzial sich darin für die Nutzer erschließt. Wer es nicht kennt, wird im Video von Apple sehen, wie selbstverständlich die Nutzung anmutet. Wieder ein Schritt weiter in der Entwicklung echter NUI´s - Natural User Interfaces. Auffällig konsequent ist auch, dass Apple immer nach der möglichst besten Form der Interaktion sucht. So wurde das Zoomen nicht mit dem vom iPhone gewohnten spreizen und schließen von zwei Fingern (in der Regel Daumen und Zeigefinger) auf der Mouse realisiert, sondern durch eine einfache Scrollbewegung bei gedrückter Control-Taste. Nicht dumm, denn den Daumen braucht man um die Mouse sicher zu führen und wo eine Mouse ist ist meist auch eine Tastatur.
Mit 10/GUI stellt R. Clayton Miller seine, wie ich finde bemwerkenswerte Vision eines neuartigen Bedienkonzeptes für die Nutzung von Desktop PC´s vor. Er setzt hierbei auf die Multitouchinteraktion mit beiden Händen und bis zu zehn Fingern. Kern von 10/GUI ist dabei die Idee, die Multitoucheingabe vom Screen zu trennen und auf eine Art Trackpad zu legen, welches beiden Händen Platz bietet und der regulären Tastatur vorgelagert ist. Auf diese Art bleibt auch das bekanntermaßen überlegene, haptische Feedback beim Schreiben mit einer klassischen Tastatur erhalten.
Miller legt aber nicht nur eine Hardware Idee vor, sondern verbindet diese mit der konkreten Idee einer Umgestaltung des Windowverhaltens von Desktopapplikationen. Er ordnet alle Fenster linear nebeneinander an und lässt diese sich kontextabhängig Raum nehmen und dabei andere Fenster nach links und rechts verdrängen. Das wirkt interessant und macht skeptisch zugleich. Aber gerade das macht es spannend. Es wäre sehr wertvoll ein paar kurze Usabilitybeobachtungen zu haben, und zu sehen, ob das Windowverhalten auf eine entsprechende Akzeptanz bei den Nutzern fällt und es wäre wertvoll zu sehen, ob sich ein natürliches und damit unverkrampftes Ablegen der Hände auf dem Device einstellt, oder ob die Nutzer eher krampfhaft agieren, um ungewollte Fehltouche zu vermeiden.
Was ich mit Sicherheit sagen kann, das belegt auch eine Studie von Julia Fuchs im Rahmen Ihrer, von mir betreuten Diplomarbeit zu Multitouchinteraktion, ist es eine sehr vielversprechende Idee, den Multitouch auf dem Diplay nur für sehr kleine und sehr große Screens (Multiuser-Multitouch) zu nutzen und Desktopsysteme nicht mit Multitouchscreens auszustatten. Nicht umsonst legte Apple seine kreativen Gedanken zu Multitouch in die Trackpads Ihrer MacBooks und nicht auf deren Monitore.
Der Studiengang Interface-Design der FH Potsdam veranstaltet am 16. Oktober ein Symposium zum Thema Living with Information.
Georgi Kobilarov, Andrew Vande Moere, Norbert Palz, Miguel Cardoso und Paolo Ciuccarelli diskutieren und beleuchten das Spannungsfeld von Architektur, Information und Visualisierung.
Wir werden mit unserem Team gern bei dem Workshop dabei sein. Unter anderem mit Larissa Pschetz, die vor ihrem Engagement bei HID ihren Interface Design Master in Potsdam gemacht hat und aktiv an der MACE-Entwicklung beteilligt ist.
Der diesjährige World Usability Day steht ganz im Zeichen der Sustainability, also der Nachhaltigkeit. Wir gehen im Speziellen der Frage nach, wie Usability und Nachhaltigkeit sich gegenseitig befruchten. Interessant in diesem Zusammenhang zu lesen ist ein Interview mit dem dänischen Interactiondesigner Vinay Venkatraman, durchgeführt von einem der, unserer Meinung nach, wichtigsten Web-Foren zum Thema Nachhaltigkeit worldchanging.com.
Nach dem Internethasen “Nabaztag” stellt das französische Unternehmen “Violet” das RFID-Set “Mirror” vor. Das Set besteht aus einem RFID-Leser, dem Mirror, zwei Mini-Nabaztags, sowie “Ztamps” genannten RFID-Tags. Die Ztamps haben die Anmutung bunter Briefmarken und können beliebig auf Objekte geklebt werden, um diese mit Online-Funktionen zu verknüpfen.
Ist der Mirror per USB mit dem Computer verbunden, liest er kontaktlos die Ztamps aus und führt eine zuvor zugewiesene Funktion aus. So kann der Regenschirm automatisch den Wetterbericht aufrufen, der Bilderrahmen die Fotosammlung oder die Fernbedienung des TV-Programm.
Violet konzentriert sich nach eigener Aussage auf eine spezielle, “weiche” Integration von digitaler Technologie in unseren Alltag, Mirror ist ein weiterer Schritt. “The Internet of Things starts here” verspricht das Unternehmen und macht die bisher fast ausschließlich für professionelle Anwendungen verfügbare RFID-Technologie tauglich für die Heimanwendung. So kann jeder Benutzer für einen recht moderaten Preis von ca. € 50,- physische Gegenstände zu interaktiven Objekten machen. www.violet.net
Wir gratulieren Frederick Podzuweit, Student des Interface Designs an der Muthesius Kunsthochschule Kiel für den Gewinn eines iF Concept Awards 2009 mit seiner Produktvision “Emotional Statistics“. Im Rahmen der gleichnamigen Projektaufgabe entwarf Frederick Podzuweit ein interaktives Objekt welches die Nutzung eines Onlineshops visualisiert. “Emotional Statistics” nutz ein Hardware-Objekt um die ansonsten “trockenen” Statistiken von Internetshops zu visualisieren. In dieser charmanten Umsetzung kann die Bewegung von Nutzern auf der Website leicht nachvollzogen werden. Die aufleuchtenden Dioden (LED) zeigen an, wie tief der Benutzer sich in den Kaufprozess navigiert (von der Homepage über die Produktkategorie und den Warenkorb bis zur Kasse). Ist eine Transaktion erfolgreich abgeschlossen worden, so werden im kreisrunden, zentralen Display kurz die Artikel angezeigt, welche gekauft wurden. Von “Emotional Statistics” wird visualisiert, wo die Nutzer her kommen, direkt oder über ein Suchmachine, über ein Werbeangebot oder durch einen externen Link. Grüne LEDs zeigen neue Besucher an und weiße solche Besucher, die dem System bereits bekannt sind. Mit der Zeiteinteilung am Rand des Objektes kann auch ein Zeitraum eingestellt werden, in dem kummulierte Werte und Vergleichzeiträume angezeigt werden sollen. Zum Beispiel, das Weihnachtsgeschäft 2008, der Vormonat etc. Dann fungiert das zentrale Display für die Darstellung nummerischer Werte und die LED Arrays gleichen Balkendiagrammen.
Seit Ende Februar 2009 steht Fritzing nunmehr in einer ersten, stabilen Version zum Download zur Verfügung.
Ein Grund wie wir meinen auf Fritzing an dieser Stelle aufmerksam zu machen.
Was ist Fritzing?
Fritzing ist ein Open-Source Initiative, die Künstlern, Designern, Wissenschaftlern und Hobbyelektronikern ermöglichen möchte den nächsten Schritt vom physischen Prototypen hin zum konkreten Produkt zu gehen.
Im Geiste von Processing und Arduino entwickeln die Macher von Fritzing eine Software, die es einem erlaubt seine prototypischen Schaltungen zu dokumentieren und sich daraus das Layout eines PCB (Printed Circuit Boards), also einer individuellen Platine, zu generieren. Diese Platine kann dann bestückt und in einen Produktentwurf eingebaut werden.
Auf der Projekthomepage finden Interessierte nicht nur den kostenfreien Download von Fritzing sondern auch alle Informationen um den Umgang mit Fritzing zu erlernen.