Gerade habe ich in meinem Artikel über das 10/GUI Konzept geschrieben, dass es eine vielversprechende Idee ist, bei Desktopsystemen die Multitouch-Funktionalität auf ein externes Eingabegerät zu legen, statt auf den Screen, wie zum Beispiel bei Tabletopanwendungen und Smallscreen-Devices. Nun legt Apple mit der neuen Mightymouse ein Produkt vor, dass die gewohnte Mousefunktionalität mit Multitouchfunktionalität anreichert. Wer schon jetzt die Multitouchfunktion der MacBook Touchpads schätzt, der wir verstehen welches Potenzial sich darin für die Nutzer erschließt. Wer es nicht kennt, wird im Video von Apple sehen, wie selbstverständlich die Nutzung anmutet. Wieder ein Schritt weiter in der Entwicklung echter NUI´s - Natural User Interfaces. Auffällig konsequent ist auch, dass Apple immer nach der möglichst besten Form der Interaktion sucht. So wurde das Zoomen nicht mit dem vom iPhone gewohnten spreizen und schließen von zwei Fingern (in der Regel Daumen und Zeigefinger) auf der Mouse realisiert, sondern durch eine einfache Scrollbewegung bei gedrückter Control-Taste. Nicht dumm, denn den Daumen braucht man um die Mouse sicher zu führen und wo eine Mouse ist ist meist auch eine Tastatur.
Der Fachbereich Gestaltung der HAWK in Hildesheim lädt am Freitag, den 13.11.2009 zu seiner Konferenz “DESIGN ZOOM” und nennt dies ein Transdisziplinäres Austauschforum über zukünftige Gesellschaftsbedürfnisse.
Klingt spannend und dürfte es auch werden. Geladen sind zum Beispiel Prof. Dr. Felicidad Romero-Tejedor, Designforscherin und Autorin des Buches “Der denkende Designer”, die ich selbst auch einmal zu einem Vortrag im Rahmen meines Interface Salons an die Muthesius Kunsthochschule eingeladen habe. Dazu gesellen sich Vortragende mit den unterschiedlichsten Professionen, vom Spitzenkoch und Konsumpsychologen über einen Arzt bis zu Vertreterinnen und Vertretern der Usability Forschung. Nachdem ich in 2007 selbt eingeladen war in der HAWK zu sprechen und vor kurzem Gast beim Interactions Design FORUM 2009 an der HAWK war bin ich sicher, dass auch diese Veranstaltung spannenden Erkenntnisgewinn garantiert und sehe dieser mit Vorfreude entgegen.
Mit 10/GUI stellt R. Clayton Miller seine, wie ich finde bemwerkenswerte Vision eines neuartigen Bedienkonzeptes für die Nutzung von Desktop PC´s vor. Er setzt hierbei auf die Multitouchinteraktion mit beiden Händen und bis zu zehn Fingern. Kern von 10/GUI ist dabei die Idee, die Multitoucheingabe vom Screen zu trennen und auf eine Art Trackpad zu legen, welches beiden Händen Platz bietet und der regulären Tastatur vorgelagert ist. Auf diese Art bleibt auch das bekanntermaßen überlegene, haptische Feedback beim Schreiben mit einer klassischen Tastatur erhalten.
Miller legt aber nicht nur eine Hardware Idee vor, sondern verbindet diese mit der konkreten Idee einer Umgestaltung des Windowverhaltens von Desktopapplikationen. Er ordnet alle Fenster linear nebeneinander an und lässt diese sich kontextabhängig Raum nehmen und dabei andere Fenster nach links und rechts verdrängen. Das wirkt interessant und macht skeptisch zugleich. Aber gerade das macht es spannend. Es wäre sehr wertvoll ein paar kurze Usabilitybeobachtungen zu haben, und zu sehen, ob das Windowverhalten auf eine entsprechende Akzeptanz bei den Nutzern fällt und es wäre wertvoll zu sehen, ob sich ein natürliches und damit unverkrampftes Ablegen der Hände auf dem Device einstellt, oder ob die Nutzer eher krampfhaft agieren, um ungewollte Fehltouche zu vermeiden.
Was ich mit Sicherheit sagen kann, das belegt auch eine Studie von Julia Fuchs im Rahmen Ihrer, von mir betreuten Diplomarbeit zu Multitouchinteraktion, ist es eine sehr vielversprechende Idee, den Multitouch auf dem Diplay nur für sehr kleine und sehr große Screens (Multiuser-Multitouch) zu nutzen und Desktopsysteme nicht mit Multitouchscreens auszustatten. Nicht umsonst legte Apple seine kreativen Gedanken zu Multitouch in die Trackpads Ihrer MacBooks und nicht auf deren Monitore.
Mit einem umfassenden Sponsoring haben wir uns entschieden, unseren Berufsverband, die Usability Professional Association, ins besondere die nationale Vertretung German UPA in Ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen. Neben der allgemeinen finanziellen Unterstützung des Verbandes unterstützen wir auch ganz gezielt auf nationaler, wie auch zusätzlich in Hamburg auf lokaler Ebene sämtliche Bemühungen zum World Usability Day am 12.11.2009. Dies liegt uns sehr am Herzen, wird an diesem Tag doch weltweit mit Aktionen, Vorträgen und Workshops für die menschenzentrierte Gestaltung unserer technischen Umwelt geworben. Mit unserem Sponsoring verbinden wir nicht zuletzt zweierlei. Großen Dank für die Arbeit der German UPA im Bereich der Entwicklung unseres Berufsfeldes und einen besonderen Motivationsschub für die weitere Arbeit, denn im nächsten Jahr steht eine ganz besondere Veranstaltung im Kalender aller Usability Professionals - die internationale Fachkonferenz UP 2010. Diese findet zum ersten Mal auf europäischem Boden, in München, statt und möchte ihrer Traditionsstätte Nordamerika im Jahr 2010 eine wunderbare Alternative bieten. Wir wünschen gutes Gelingen und freuen uns, der German UPA und dem World Usability Day auf dieser Ebene, und Anlässlich unseres 10 jährigen Bestehens, noch ein Stück mehr Verbundenheit ausdrücken zu können.
Im Rahmen der wichtigsten deutschsprachigen Usability Fachtagung “Mensch und Computer” fand auch in diesem Jahr die Konferenz der Usability Professionals UP09 statt. Innerhalb des Konferenzprogramms waren wir mit drei Fachvorträgen vertreten. Allesamt lenkten sie ein bemerkenswertes Interesse der Besucher auf sich, worüber wir uns sehr freuen. Mit unseren Vorträgen konnten wir inhaltlich einen weiten Bogen über das Spektrum unserer Arbeit und Forschung spannen. Von “Usable Motion - Usabilitypotenziale bewegter Grafik” (Frank Jacob), über einen Praxisbericht unserer Arbeit für die Prozesssteuerung von Industrieofenanlagen zur Stahlhärtung für die Ipsen International GmbH (Claudia S. Friedrich) bis zum “Agilen User Centered Design” (Florian Schauderna und Jeremy Stucki). Letzteres beschäftigt uns in komplexen Projekten wie zum Beispiel für die Deutsche Presseagentur dpa oder den wirtschaftlichen Verein Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. VIT.
Besonders freuen wir uns über den Gewinn des “Best Session - Publikumspreises” mit dem die Session “Animierte User Interfaces” ausgezeichnet wurde, zu der wir mit unserem Vortrag über die Usabilitypotenziale von Motion Graphics beigetragen haben.
Die Teilnehmer der UP09 wählten wie in jedem Jahr ihre “Lieblingssession”. Bewertet wurde die Qualität sowohl der Organisation als auch der Inhalte und ihres Praxisbezugs.
Der Studiengang Interface-Design der FH Potsdam veranstaltet am 16. Oktober ein Symposium zum Thema Living with Information.
Georgi Kobilarov, Andrew Vande Moere, Norbert Palz, Miguel Cardoso und Paolo Ciuccarelli diskutieren und beleuchten das Spannungsfeld von Architektur, Information und Visualisierung.
Wir werden mit unserem Team gern bei dem Workshop dabei sein. Unter anderem mit Larissa Pschetz, die vor ihrem Engagement bei HID ihren Interface Design Master in Potsdam gemacht hat und aktiv an der MACE-Entwicklung beteilligt ist.